LandOhneSocken

Ein Leben ohne Transferzahlung

20 kleine Besonderheiten aus dem täglichen Leben

Version: 1.01 Hier geht es zu den Fussnoten 1)Fussnoten im Überblick – so kann man sich zuerst die Basics zum Beitrag anschauen

Hier ein Beitrag zum Jahresabschluss, den hatte ich schon vor einigen Wochen geschrieben, aber bisher nicht veröffentlicht. Wie ich finde passt er sehr gut zum Jahresabschluss 2015 – aus dem wirklichen Leben wie es hier läuft – also nichts aus den westlichen Zombiehochburgen.

Hier in TH sind Gegensätze oft nur durch ganz kleine Abstände voneinander entfernt. Auch sind Wechsel von einem in den anderen Zustand weitaus häufiger als ich das aus meinem alten Umfeld her kannte (allerdings scheinen sich die Zustände dort, den hiesigen Verhältnissen in riesen Schritten anzugleichen). Wie man gerade beim Öl weltweit verfolgen kann, gibt es auch beim Kautschuk  eine Preiskorrektur von mehr als 70% von  den Preisspitzen so um 2011 2)Preischart bis zu 30 Jahre und da kann man erkennen was eigentlich wirklich abläuft. Diese Preiskorrekturen kommen bald im Westen an, in Form eines extremen Vermögensabbaus (Deflation), es wird alle Finanzwerte treffen – erkennbar daran, dass der Sozialstaat abgelöst wird, durch Nichts – was bleiben wird sind die Suppenküchen s. USA – das wird dort im Mülltrennerland allerdings noch überhaupt nicht realisiert herum. In unserem Leben hier wäre es auch ein harter Einschnitt, wenn meine Frau nicht noch ein anderes Geschäft hätte, das gerade in schlechten Zeiten sehr gut läuft. Aber davon handelt dieser Beitrag nicht, sondern es handelt davon, dass ich die ersten 3 Jahre überwiegend die Neupflanzung mit aktiver Mitarbeit begleitete und jetzt – diese Arbeit Arbeitern vor Ort überlasse, denn deren Verdienst ist enorm geschrumpft und jede Verdienstmöglichkeit wird gerne wahrgenommen. Für mich ist das auch eine positive Entwicklung – dass ich nicht mehr mitarbeiten muss – denn die Handarbeit vor Ort unter tropischer Sonne (Schatten gibt es bei Neupflanzung nicht) ist körperlich ein Knochenjob. Die Arbeitserfahrungen und Erkenntnisse wie Menschen dort leben im Umfeld einer Plantage,  kann ich jetzt allerdings gut beurteilen und einschätzen. Man kann schon sagen, dass dort eine besondere Art von Menschenschlag lebt, der Unterschied zur Stadt in der wir leben ist schon recht gross – obwohl es nur eine Distanz von ca. 7km sind. So, das war jetzt die Einleitung – zum eigentlichen Beitrag.

Trotz der gesunkenen Einkommen, ist es nicht leicht gute Arbeiter zu finden, genauer gesagt Arbeiter die gewissenhaft arbeiten, aber auch dafür ist meine Frau zuständig und die letzten paar mal war immer jemand aus dem Verwandtenkreis beschäftigt. Dieses Mal war keiner frei und meine Frau meinte – sie hätte einen Ersatz. Ich war dabei, als die Arbeit besprochen wurde und es war ein älterer Mann, gesehen hatte ich ihn schon, aber noch nie mit ihm gesprochen. Er sollte zuerst bei den kleineren Bäumen (das sind die Bäume die ersetzt wurden, weil die Voränger abgestorben waren) mit der Hacke den Boden lockern und anschliessend Dünger verteilen. Die Arbeit mit der Hacke hab ich selbst schon oft gemacht – die Thais machen normalerweise max. in einem Durchmesser von einem halben Meter sauber und hacken (bezahlt wird immer pro Baum, egal wie lange er für einen Baum benötigt). Ich selbst hatte meistens einen grösseren Kreis geschlagen – waren ja unsere eigenen Bäume, also der Aufwand gerechtfertigt. Nach einer Woche waren wir zur Kontrolle da und um ihn für die bisher geleistet Arbeit zu bezahlen. Als ich sah wie er gearbeitet hatte, war ich von der Rolle – er hatte um jeden Baum mindestens in einem Radius von 1 m alles gesäubert und auch noch die Erde Richtung Baum verteilt – das ist ein sehr grosser Aufwand.  Ich bin dann hin und hab gesagt so eine gute Arbeit hab ich hier noch nie gesehen. Er war über dieses Lob sichtlich erfreut.  Zwei Tage später rief er an, dass er Dünger braucht. Ich bin mit dem Auto hingefahren und hab ihn gebracht. Das sind 50 Kg Säcke – und mit dem Auto kann man nur an den Rand der Plantage fahren, also der Sack muss getragen werden und das sind locker 150 m. Er meinte,  ich soll ihn auf seinen Rücken packen – das hab ich auch gemacht und er ist dann losmaschiert. Als er wieder zurück gekommen war – fragte ich ihn – wie alt er eigentlich ist — 71 Jahre meinte er. 😯

Darauf war ich nicht gefasst gewesen. Aber es kommt noch besser – nachdem ich ja klar zu erkennen gegeben hatte, dass ich von seiner Arbeit beeindruckt bin, wurde er etwas gesprächiger, das ist nicht automatisch so. Er meinte, die Arbeit sei gar nicht so schwer, er hätte schlimmeres erlebt. Ich hackte nach … was denn?

Zusammenfassung: Er war vor einem thailändischem Gericht zum Tode verurteilt worden, weil er ein Auftragsmörder war und dabei erwischt wurde. Es war ihm aber gelungen mit Hilfe der Familie so viel Geld zu beschaffen, dass er sich von der Todesstrafe freikaufen konnte. Die Todesstrafe wurde in 20 Jahre Gefängnis umgewandelt. Irgend wann in seinen 50gern wurde er entlassen. Seither arbeitet er als Tagelöhner.

Geschichten die das Leben schreibt. Ich kenne noch so eine ähnlich Geschichte, von einer Person aus dem direkten Umfeld, allerdings wurde diese Person niemals verurteilt – nach einer letzten Warnung der Polizei, beim nächsten Vorfall ist er fällig – hat er den Beruf gewechselt.

Wer jetzt glaubt, ich würde schlecht schlafen oder hätte Alpträume, das Gegenteil ist der Fall. Ich fühle mich hier weniger bedroht als im so sicheren Europa.

Es gibt ein thailändisches Sprichwort – das hab ich verinnerlicht:

Traue nie einem alten Sklaven*, einer Kobra oder einem liebenden Weib. Sie können sich zu jeder Zeit gegen dich wenden

* Sklaven oder Wahlbürger auch Demokraten genannt, sind für mich Synonyme haben also die gleiche Bedeutung – in der heutigen  Zeit gibt es viele solche neuen Synonyme, erschaffen für den Bildungsbürger – die Problematik ist aber wie man sehen kann viel älter

Man könnte das auch anders formulieren – es gibt keine Sicherheiten irgend welcher Art – und das sichere Europa ist ein kompletter Selbstbetrug. Hier bin ich mir der Lebensrisiken bewusst und das ermöglicht eine ganz andere Wahrnehmung. Die Fehler die begangen werden müssen in den meisten Fällen unmittelbar durch entsprechende Folgen ertragen werden. Hier gibt es keine Sozialarbeiter mit ihrem Gesülze, die entsprechende Situationen noch verschlimmern, statt eine Lösung herbeizuführen, mit der man dann weiter leben kann. In Wirklichkeit werden die Menschen in den Wohlfahrtstaaten mehr beschissen als sie glauben, denn ihnen wird die Möglichkeit genommen, aus ihren Fehlern was zu lernen in dem alles nur weichgespült wird (schwere Kindheit und so, solche doofen Sprüche kennen wir zu hauf). Ich kenne jetzt 2 ehemalige Auftragsmörder, einen verurteilten und einen der nie angeklagt wurde, beide haben aber aus ihren Fehlern gelernt und das ganz ohne Sozialarbeiter. Genau so oder ähnlich sollte das laufen, das deckt sich mit meinen Überzeugungen und passt zu meinem Leben.

Einen guten Rutsch

 

Fussnoten   [ + ]

1. Fussnoten im Überblick
2. Preischart bis zu 30 Jahre und da kann man erkennen was eigentlich wirklich abläuft. Diese Preiskorrekturen kommen bald im Westen an, in Form eines extremen Vermögensabbaus (Deflation), es wird alle Finanzwerte treffen – erkennbar daran, dass der Sozialstaat abgelöst wird, durch Nichts – was bleiben wird sind die Suppenküchen s. USA – das wird dort im Mülltrennerland allerdings noch überhaupt nicht realisiert

hugo • 29. Dezember 2015


Previous Post

Next Post

Hinterlasse eine Antwort

Your email address will not be published / Required fields are marked *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>

Diese Seite verwendet das Plugin footnotes