LandOhneSocken

Ein Leben ohne Transferzahlung

Es war einmal ….

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so fangen die meisten Märchen an. Nur ist das was jetzt kommt kein Märchen, sondern ein Traum aus eigenem Erleben vor jetzt rund 10 Jahren, aus den Erinnerungen heraus. (ich formuliere das jetzt mit Absicht so, denn die Welt ist klein und rund und auch sehr gefährlich)

Das soll jetzt stellvertretend dafür sein, dass es in meinem Leben immer Ereignisse waren die meine wichtigen Entscheidungen prägten, die nicht nur auf hörensagen beruhen, nur gelesen oder im Internet recherchiert waren, sondern der selbst erlebten Realität entnommen wurden.

Ich habe unter anderem eine abgeschlossene Ausbildung in einem medizinischen Hilfsberuf. Dazu kamen noch persönliche Erfahrungen durch eine lebensbedrohende Erkrankung, die mich von einem Akteur auf der Seiten der medizinischen Behandler und Anwender der Pharmaprodukte – in die Position des Hilfe Suchenden rückten.  Ohne hier auf Details einzusteigen kommen wir gleich zum Ergebnis – zum damaligen wissenschaftlichen Wissenstand gab es von Seiten der klassischen Medizin nur eine Theraphie mit Medikamenten, die ich mein restliches Leben einzunehmen gehabt hätte (ich war damals 25 J.) und als Nebeneffekt wäre ich ein künstlicher Bluter gewesen.  Ich hatte diese Therapieangebot nach anfänglichem Versuch abgebrochen und meinen eigenen Weg gesucht. Seit jetzt 30 Jahren bin beschwerdefrei ohne irgend ein Medikament. Soviel dazu, damit sich jeder vorstellen kann, dass mein Standpunkt zum aktuellen Gesundheitswesen gelinde gesagt, zerrüttet ist – die Unfallchirugie nehme ich hier klar heraus.

Ca. 20 Jahre später in einem anderen Beruf den Lebensunterhalt erwirtschaftend, wurde ich für einen Job ausgewählt, für eine Pharmafirma Verpackungsmaschinen in Betrieb zu nehmen und zwar in den USA. Das war damals für die Firma Pfizer in Terre Haute die inzwischen geschlossen wurde.  Dieses Medikament Exubera – es war ein Insulin das über einen Inhalator über die Nase aufgenommen wurde war dort mit komplett neuen Linien hergestellt worden und das FDA Zulassungsverfahren  lief parallel.

Nicht sehr weit, fast in Sichtweite gab es noch ein anderes Unternehmen, das ist übrigens nicht pleite gegangen sondern dürfte ausgesprochen gut florieren und zwar ein Hochsicherheitsgefängnis es gibt nur deren 6 in den ganzen USA. Bis auf die üblichen Standard Malls an der Durchgangshighway gab es sonst nicht viel sehens oder erwähnenswertes in dieser Kleinstadt.

Bis hier her scheint ja alles eine ganz normale Welt gewesen zu sein, aber nur auf den ersten Blick. Den zweiten und weitere Blicke bekam man aber nur, wenn man längere Zeit vor Ort war und in den Firmentratsch verwickelt wurde. Dieses Schicksal hatte mich damals ereilt. Die Inbetriebnahme ging relativ schnell, unsere Maschinen waren ganz am Ende, die sogenannte Endverpackung. Wir verpackten den Inhalator in eine Alufolie – das war es schon, alles natürlich unter einem medizinisch/hygenischen Standard und das ist schon eine Herausforderung.

Das wirkliche Problem war ein anderes – die FDA Abnahmen der Linien war in vollem Gange und Pfizer bestand darauf, dass immer Fachleute der Hersteller vor Ort waren während dieser Abnahmen und das zog sich über Monate. Zu tun hatte man nichts, wenn die Maschinen liefen und wir hatten das Glück unsere liefen sehr gut, das Bedienungspersonal der Linien hatte alles im Griff. Trotzdem mussten bei uns immer 2 Mann vor Ort bleiben – jeden Tag morgens in die Firma und spät abends wieder raus – da fällt mir ein, es war gerade Fussballweltmeisterschaft 2006. Jetzt noch eine kleine Anekdote, die man fast nicht glauben kann. Die ganzen Linien waren mit einem Ethernetnetzwerk verbunden und über einen Hauptserver mit dem Internet. Ich konnte unseren Bedienungstouch der Maschine so konfiguieren, dass wir dort dirket auf das Internet zugreifen konnten und wir hatten über Livestreams diverse Spiele angeschaut. Soviel zur IT – Sicherheit in Weltkonzernen ….

So jetzt kommen wir zum eigentlichen Teil. In diesem Teil geht es um Dinge wie, was ist in den offiziellen Demokratien machbar d.h was wird aktuell praktisch durchgeführt. Ein Land wie die USA betreibt ja weltweit NGOs die sich für die sogenannten Menschenrechte einsetzen, da könnte man eigentlich annehmen, dass sie mindestens diese Standards im eigenen Lande einhalten oder dass entsprechend Verstösse ans Tageslicht kommen.

Vorweg – das ist alles nur eine riesige Lüge und zwar so dreist, dass man sie einfach nicht glauben kann. Der Reihe nach. Wie im oben schon verlinkt arztnei-telegramm zu lesen war:

Pfizer stellt weltweit die Produktion des inhalativen Insulins EXUBERA ein. Als Grund gibt die Firma an, dass das Mittel „von Patienten und Ärzten nicht akzeptiert“ worden sei. Sicherheitsprobleme sollen bei der Entscheidung keine Rolle gespielt haben

Tatsächlich passiert war folgendes: Das neue Medikamente wurde schon seit geraumer Zeit getestet und zwar schon seit einem Zeitraum bevor die Produktionslinien aufgebaut worden waren und die FDA Zulassung erteilt. Getestet wurde das an Insassen des Hochsicherheitsgefängnisse. Es wurden dort Freiwillige gesucht, die gegen entsprechende Haftvergünstigungen an diesen Menschenversuchen teilnahmen. Diese Vergünstigungen ( waren offenbar so verlockend, später dazu mehr), dass es an Versuchspersonen keinen Mangel gab. Auch verliefen die Versuchsreihen anfangs sehr erfolgsversprechend, denn sonst hätte die Firma ja nicht den ganzen Produktionsprozess aufgebaut. In allen späteren Presseveröffentlichungen waren dann immer so ähnliche Formulierungen zu finden, wie –Sicherheitsprobleme — des Medikaments gab es zu keiner Zeit. Beim Small Talk mit dem arbeitenden Personal oder auch mit den technischem  Leitungspersonal kristallisierte sich folgender Sachverhalt heraus. Die FDA Abnahmen waren schon so gut wie erledigt, es fehlten noch die unterschriebenen Dokumente und die Produktion lief schon auf vollen Touren. Es waren auch schon 6 neue Linien als Neubestellung in unserer Firma eingegangen, auch die Anzahlung schon geleistet. Dann waren Probleme mit den Versuchskaninchen aufgetaucht, scheinbar erst nur Einzelfälle, die  sich aber schnell über die ganze Kohorte ausgebreitet hatte. Den Versuchskaninchen war regelrecht die Nase abgefallen/abgefault. Die kleinen Nebenwirkungen waren offenbar erst zu Tage getreten, nach so rund 2 jährigen Einsatz dieses Sprays. Jetzt kommen wir zu einem der Vergünstigungen, dem die Versuchskaninchen nicht wiederstehen konnten. Direkt beobachten konnten wir es nicht, aber die zurückgelassenen Materialien, die am kommenden Tage durch die Putztruppen entfernt wurden, waren immer zu sehen. Produziert wurde an den Linien auch schon in Nachtschichten, wir durften aber nur tagsüber die Firma betreten. Offiziell beschäftigte Pfizer auch Strafgefangene aus dem Staatsgefängnis – quasi so ne Art 1 Euro Jobber – während dieser Nachtschichten. Zur selben Zeit also in den Nachtschichten, waren aber auch noch andere Fremdarbeiterinnen zum Dienst bestellt, diese Fremdarbeiterinnen arbeiteten aber nicht an den Linien sondern waren extra zur Unterhaltung der 1 Euro Jobber angeheuert, denn die Nächte sind ja bekanntlich manchmal lang und dunkel. In der Firma hatte es dazu entsprechende Kabuffs, in einem dieser Kabuffs lagerten wir auch unser Werkzeug des Nachts. Anfangs hatten wir uns immer gewundert, warum am nächsten Morgen dort immer so ein Saustall war, jede Menge Papiertaschentücher und manchmal Getränkebüchsen (Alkohol). Werkzeug wurde nie gestolen, das wurde auch nie angerührt. Da wir ja teilweise mehrere Wochen vor Ort waren, war dann sehr schnell klar – über den Firmentratsch – was da des Nachts so ablief. Jeder kann sich ausmahlen, dass ein langjährig Inhaftierter sich gerne eine matschige Nase holt, wenn er dafür entsprechende Kompensation erhält und das Angebot war offensichtlich auf die richtige Nachfrage getroffen. Das war wohl auch der Grund, warum niemand die Menschenrechte in irgend einer Form verletzt gesehen hatte. Auch nicht das Stammpersonal von dem Pharmaprodzenten.

Nachdem die FDA die Linien abgenommen hatte, waren wir erst einmal raus aus dem Spiel.

Nachspiel: Es waren ja 6 neue Linien bestellt worden und unsere Firma war schon mitten im Aufbauprozess, also eine Storrnierung kam nicht mehr in Frage, der volle Lieferpreis war fällig. Die Erstabnahme findet immer im Stammhaus statt, also in der Schweiz. Diese Erstabnahme wurde immer hinausgezögert, aber Pfizer musste dann auch entsprechende Kosten tragen, für den Platz den ihre Linien belegten und dort keine anderen Projekte aufgebaut werden konnten. Irgend wann war dann doch einmal die Erstabnahme – in der Zwischenzeit waren die Gerüchte schon überall am kochen, dass es Probleme mit dem Medikament gab. Bei dieser Abnahme wurde jede Schraube überprüft, uns wurden Nacharbeiten auferlegt, die Monate beanspruchten. Aber es kam der Tag, da mussten sie das Abnahmedokument unterschreiben. Nach der Unterschrift wurden die 6 Linien eingemottet gegen entsprechende Gebühr logischerweise im Keller unserer Firma. Rund 1 Jahr später wurde der Standort in den USA geschlossen. Die 6 Linien im Keller kaufte unsere Firma zurück — ich schätze jetzt einmal in Grössenordnung des Schrottwertes. Anschliessend wurden diese Maschinen mit entsprechenden Umbauten an andere Kunden weiterverkauft — das gab dann eine Supermarche in diesem Jahr und einen Bonus für alle.

War das jetzt ein schönes Märchen (wenn Weltkonzerne Geschäfte machen)  oder war das reine Verschwörungstheorie?

 

 

 

Fussnoten   [ + ]

1. Fussnoten im Überblick

hugo • 6. April 2016


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